Unternehmen aus Wutha-Farnroda aktiviert „Kleinmülljäger“

Unternehmen aus Wutha-Farnroda aktiviert „Kleinmülljäger“

Wutha-Farnroda. Mit einer ungewöhnlichen Aktion macht das in Wutha-Farnroda ansässige Unternehmen Phoenix Mecano Digital Electronic auf sich aufmerksam. Als „Kleinmülljäger“ können sich Menschen, die sich für eine saubere Umwelt einsetzen, auf einer von der Firma eingerichteten Web-Seite und im sozialen Netzwerk Facebook registrieren lassen und aktiv werden. Zum einen geht es darum, auf Wanderungen, Rad- oder Bootstouren in der Wartburgregion gefundenen Müll zu posten und zu dokumentieren. Zum anderen soll der Unrat natürlich weggeräumt werden.

Dazu stellt das Unternehmen Müllgreifer, Handschuhe und Müllsäcke bereit. Die Utensilien stecken in einem Baumwollbeutel, den die „Kleinmülljäger“ auf dem Rücken tragen können. Sie können über das Internet angefordert werden.

Handball-Profi ist Botschafter der Aktion

„Die Idee hatte unser Geschäftsführer Rolf Bormet. Er ist gern und viel in der Natur unterwegs und ärgert sich über den Müll, der überall herumliegt“, erzählt Angela Krah, die gemeinsam mit Katja Holland-Moritz bei Phoenix Mecano für das Projekt verantwortlich ist.

Im Kreis der Mitarbeiter sei diskutiert worden, was man tun könne – gerade mit Blick auf den 117. Deutschen Wandertag, der vom 26. bis 31. Juli in Eisenach und der Umgebung stattfindet. Die Idee war, sich einerseits im Vorfeld zu engagieren, damit die Gäste aus allen Teilen Deutschlands einen guten Eindruck erhalten, und andererseits bei den Touren selber Müll aufzusammeln. So ist geplant, dass Mitarbeiter von Phoenix Mecano mitwandern und dabei auflesen, was andere so liegenlassen. „Wir sind rund 100 Mitarbeiter im Unternehmen und sensibilisiert für das Thema“, berichtet Angela Krah. Den Auftakt machten die Lehrlinge: Sie füllten einige Müllsäcke bei einer Wanderung rund um Wutha-Farnroda.

Als „Botschafter“ der Aktion ist Jan-Steffen Redwitz, Torhüter beim Handball-Zweitligisten ThSV Eisenach, gewonnen worden. Er wird in dieser Eigenschaft und erkenntlich am T-Shirt „Kleinmülljäger. Aus Liebe zur Natur“ am Deutschen Wandertag teilnehmen. Die Aktion soll nicht auf das Großereignis begrenzt bleiben, sondern dauerhaft fortgeführt werden. „Wir arbeiten mit der Hörselberggemeinde zusammen“, so Angela Krah. Auch an Schulen wolle man nach den Sommerferien erklären, wie Kinder und Jugendliche zu „Kleinmülljägern“ werden können.

Die ersten Reaktionen sind positiv, weist Katja Holland-Moritz hin. Die „Community“ umfasse bereits nach kurzer Zeit 50 Hinweise, Fotos und Wortmeldungen. So von Leuten, die regelmäßig auf der Werra paddeln und sich ärgern, was so alles im Fluss illegal entsorgt wird. Oder von den Teilnehmern des Frühjahrsputzes im Eisenacher Mariental, nach deren Hinweisen die Stadt Eisenach jetzt Müllbehälter hat aufstellen lassen. Gepostet wird darüber hinaus allgemeiner Lesestoff zum Thema Umweltschutz. Unter allen, die sich als „Kleinmülljäger“ beteiligen, werden kleine Anerkennungen verlost, macht Katja Holland-Moritz aufmerksam. Sie zählt Beispiele auf: Caffee-to-go-Becher aus Edelstahl und Bambus, Regenschirme oder Eintrittskarten für Handballspiele des ThSV Eisenach.

Als Vorbild dient eine Aktion namens „NaturPutzer“ aus Österreich. Die Initiative „Global 2000“ organisiert gemeinsam mit dem Alpenverein Edelweiss und Gebirgsverein Müll-Sammelaktionen. Entwickelt wird eine NaturPutzer-App, um Stellen zu erforschen, die häufig vermüllt werden.

Weitere Informationen unter www.kleinmülljäger.de

Quelle: http://eisenach.thueringer-allgemeine.de Birgit Schellbach / 11.07.17